Vergleicht man die Erklärung der SPD, mit er sie am 4.8.1914 im Reichstag den Kriegskrediten zugestimmt hat, dann findet man sich wieder im Jahre 2024:
Hochrüstung gegen Russland ist nötig, um die Freiheit und Kultur Deutschlands gegen die Despotie zu verteidigen. Hier eine Übersicht:
Schon am 1.8.1914 erklärte das Deutsche Reich Russland den Krieg!
1.8.2024 2024 Aachen, 17 Uhr 30 am Geldbrunnen.
Rede des Antikriegsbündnis‘ Aachen
Vor 110 Jahren, am 1.August 1914, erklärte der deutsche Kaiser Wilhelm II Russland den Krieg. Nach dem Mord an dem österreichischen Thronfolger Franz-Ferdinand am 28. Juni 1914 hatte Deutschland Österreich einen Blanko-Scheck für den militärischen Beistand bei einem Krieg gegen Serbien und dessen Schutzmacht Russland ausgestellt.
Erwartet wurde ein kurzer und regional begrenzter Krieg gegen Serbien. Das Ergebnis aber war der 1. Weltkrieg, der 4 Jahre dauerte und 10 Millionen Soldaten und 7 Millionen Menschen das Leben kostete.
Gab es noch wenige Wochen vor Kriegsbeginn mächtige Antikriegsdemonstrationen französischer und deutscher Arbeiter, organisiert von den Sozialdemokraten, so stimmten die sozialdemokratischen Führer schließlich in nationaler Verantwortung in die Bedrohungs-Hysterie ein, die von Politikern und Massenmedien befeuert wurde.
Am 4. August kam es im Reichstag zur berüchtigten Zustimmung der SPD zu den Kriegskrediten.
Wie begründete die SPD diesen Kurswechsel in der Reichstagsrede?
- man „befinde sich in einer Schicksalsstunde“ hieß es 1914. Heute spricht Scholz von einer „Zeitenwende“
- Man müsse hochrüsten, um eine „Invasion Russlands“ zu verhindern, hieß es 1914. Heute spricht Frau Baerbock davon, dass „die größte Gefahr für unseren Frieden und unsere Freiheit in Europa ist (…) das russische Regime“ sei. (Baerbock, 14.6.23 ZDF)
- Damals wurde Russland als „Despotie“ bezeichnet, heute titelt das ZDF eine Sendung über Russlands Präsidenten: „Putin- der gefährliche Despot“ (ZDF 18.5.2022)
Es gibt noch mehr Parallelen in der deutschen Politik zwischen 1914 und 2024:
Auch die Führungsrolle Deutschlands als Großmacht wird wie damals auch heute von Sozialdemokraten und Union ohne Hemmungen gefordert: „Lars Klingbeil tritt für eine Führungsrolle Deutschlands in der Welt ein“ meldete das Partei-Organ der SPD „VORWÄRTS“ am 5.Juli 2022.
Klingbeil sagte: „Wir (müssen) immer wieder nach innen begründen, warum diese neue deutsche Führungsrolle wichtig ist. In einer hoch-globalisierten Welt ist es auch für uns in Deutschland von großer Bedeutung, was auf der anderen Seite der Erde passiert.“
Jetzt verstehen wir auch, warum unsere Berliner „Fortschrittskoalition“ Kriegsschiffe wie aktuell die Fregatte „Baden-Württemberg“ in das Südchinesische Meer entsendet und Boris Pistorius tönt „Präsenz zählt im Indopazifik“ … Wir wollen Flagge zeigen für die „Regelbasierte Ordnung“ gegen China. (Deutschlandfunk 1.8.24).
Und auch heute wird hochgerüstet und wieder gegen Russland. Aus der Tatsache, dass Russland den Krieg gegen die Ukraine begonnen hat, wird von Regierung und Medien der Schluss gezogen, dass Russland als Nächstes NATO-Staaten angreifen wird. (Auf die Vorgeschichte und die Mitverantwortung von NATO und Ukraine am Krieg einzugehen, würde hier den Rahmen sprengen). Angesichts eines militärischen Kräfteverhältnisses von 14 zu 1 zugunsten der NATO eine völlig abwegige Behauptung. „Einem Russland, das bereits in der Ukraine große Schwierigkeiten hat, seine militärischen Ziele zu erreichen, und von dem zugleich viele, die eine Zeitenwende fordern behaupten, es könne gegen die Ukraine verlieren, zugleich eine konkrete Bedrohung für Staaten der Nato zu unterstellen, passt nicht recht zusammen, so der Politologe Professor Johannes Varwick. (https://johannes-varwick.de)
Die Lösung des Konfliktes liegt nicht in Aufrüstung und Kriegsvorbereitung, sondern bei Diplomatie und Verhandlungen..
Wer „Kriegstüchtigkeit“ statt „Friedenswilligkeit“ fordert, verschärft die Kriegsgefahr.
Wer wie die Regierungsberaterin Frau Major fordert, dass die neuen US-Langstreckenraketen in Deutschland installiert werden müssen, weil nur dann ein Präventivangriff auf Russland möglich sei, spielt mit dem Feuer.
„So hart es klingt: Im Ernstfall müssen Nato-Staaten auch selbst angreifen können, zum Beispiel um russische Raketenfähigkeiten zu vernichten, bevor diese Nato-Gebiet angreifen können, und um russische Militärziele zu zerstören, wie Kommandozentralen.“ am 19.7.2024 im Handelsblatt
Friedenspolitik statt Kriegsvorbereitung ist die Lehre aus der Katastrophe des 1. Weltkriegs.
Deshalb sollten sich die von der Bundeswehr umworbenen Jugendlichen gegen den Kriegsdienst in der Armee entscheiden und sich als Vorbild den Schwergewichtsboxer Mohammed Ali nehmen, der den Kriegsdienst trotz Gefängnisstrafe verweigerte. Er sagte 1967: „Mein Gewissen erlaubt es mir nicht, einen Bruder zu erschießen. Wofür sollte ich sie erschießen?“






