Antikriegsbündnis Aachen (AKB) erklärt eine Ausweitung der Rüstungsforschung an der RWTH Aachen für unvereinbar mit der Friedensklausel der Hochschule und fordert eine klare Absage an militärisch gesteuerte Drittmittelprojekte.
22.07.2026
Der Bericht in der Aachener Zeitung basiert auf der Kritik des AKB an der Ausweitung der Rüstungsforschung, die wir u.a. an das Rektorat geschickt hatten.
Das Antikriegsbündnis Aachen kritisiert Pläne der RWTH Aachen, sich stärker in der Rüstungsforschung zu engagieren. In einer Stellungnahme erklärt die Gruppe, dass diese Pläne mit der Präambel der Grundordnung der RWTH Aachen unvereinbar seien, in der die sogenannte Friedensklausel festgeschrieben ist. Dort heißt es: „Die RWTH verfolgt ausschließlich friedliche Ziele und leistet insofern ihren Beitrag zu einer nachhaltigen, friedlichen und demokratischen Welt.“
Das Antikriegsbündnis lehnt Forschung an neuen Waffensystemen ab. Begründung: Es gebe bereits heute weltweit sehr viele Waffen, darunter mehr als 10.000 atomare Sprengköpfe, die ausreichten, die Menschheit vielfach zu vernichten und die Erde nachhaltig zu zerstören. Ein rationaler Grund, immer neue Systeme zum Töten von Menschen zu entwickeln, bestehe nicht.
In der Stellungnahme wird die oft zitierte Freiheit der Lehre nicht grundsätzlich infrage gestellt. Das Bündnis fordert jedoch, zu verhindern, dass Verteidigungsministerien und Rüstungsunternehmen über Drittmittel die Ausrichtung und Zielsetzung von Forschung und Lehre bestimmen. Frieden lasse sich nicht mit Waffen erhalten oder erkämpfen, sondern nur durch Verhandlungen und unter Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen aller Konfliktparteien.

Rüstungsforschung und die Produktion von Kriegsgerät dienten ausschließlich den Interessen des Kapitalsan der RWTH und der Profitinteressen der Rüstungsindustrie und ihrer Aktionäre, heißt es weiter. Die Lasten eines Krieges trügen die Soldaten an der Front sowie die Zivilbevölkerung in den betroffenen Gebieten.
Anfang Juni hatte das NRW-Wirtschaftsministerium bekanntgegeben, dass die RWTH Aachen künftig eine zentrale Rolle in der sicherheitsrelevanten Forschung in Nordrhein-Westfalen einnehmen wird. Die Hochschule arbeitet als bislang einzige Universität mit sechs Rüstungs-, IT- und Technologiefirmen an einem Technologiezentrum für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zusammen. Die Studierendenvertretung der Hochschule (AStA) hat diesen Schritt ebenfalls massiv kritisiert.
Den Schluss der AKB-Stellungnahme zitierte die Aachener Zeitung nicht:
Der ehemalige Rektor der RWTH, Ernst Schmachtenberg, hat 2012 in einem
Interview erklärt:
„Wir Deutschen haben mit Rüstungsforschung eine Menge Unheil angerichtet. Ich halte diesen Weg für eine offene Universität in Deutschland für ngeeignet…“
Allen an der RWTH Beschäftigten und Studenten möchten wir es mit Wolfgang
Borchert sagen:
„Du Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst einen
neuen Tod erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins: Sag nein!“
























